˛˚ღ • Moment in Time

Schattenspiel

Bei der Reflexion meiner Arbeit und der Verarbeitung des Verlusts von depressiven Klienten in einer psychiatrischen Tagesklinik entstanden, nach dem ich sie wegen Suizid / Selbsttötung gehen lassen musste.

Im Gedenken an einige Seelen, die mir erlaubten ihnen nahe zu sein und die ich über einige Jahre ein Stück ihres Weges begleiten durfte, entstanden diese Zeilen. Auch wenn sie sich entschieden,vor ihrer Zeit zu gehen, ich verabschiede mich in Liebe und Licht und dem Wissen, dass wir uns wieder begegnen werden und der Hoffnung das sie sich erlöst fühlen – auf der anderen Ebene der Existenz.

Foto – Frühmorgens unterwegs entstanden beim Blick aus dem Busfenster.

Foto – Frühmorgens unterwegs entstanden beim Blick aus dem Busfenster.

dunkelheit die Seele hält,
schatten drücken tonnenschwer;
farben ihrer kraft beraubt
schwere auf die seele fällt.

selbst die töne sind verklungen,
schatten kriechen tief und tiefer;
keine kraft mehr um zu rufen
und die seele ist geschunden.

möge doch ein hoffnungsschimmer
in der tiefen dunkelheit,
mein betrübtes herz erreichen
und die einsamkeit erweichen.

leere sich als feind erklärt,
trauer hat sich als freund bewährt.
kein trost mein müdes herz erreicht,
in unendlich, gespannter einsamkeit.
hände mir entgegen streben,
doch ich kann sie nicht ergreifen.
augen die mich leise bitten,
mich zu öffnen – nur ein wort.
könnte ich dich nur erreichen,
dunkel und einsamkeit wär`n fort.

tränenlose qual der seele,
treibt mich tiefer in die not.
wie mit eisern, fester hand,
kann mich das dunkel fest umklammern,
hinter unsichtbarer wand
muß ich durch meine tiefen wandern.

dann plötzlich wie durch zauberhand,
die schatten von der Seele schwinden;
aufgelöst ist nun die wand,
ich kann mich endlich wieder finden.

kann dir nicht sagen was geschah,
als ohnmacht meine seele hielt,
ich hört`euch rufen, sah euch bitten,
doch trennung meine antwort war.

kein wort beschreibt die qual der seele,
wenn ich durch dieses dunkel wandre.
drum habt verständnis für den weg –
wenn ich aus ohnmacht aufgewacht,
mit frischen kräften ausgestattet,
wählend nach meinem willen handle.

weiß nicht……
wie oft ich noch die kraft aufbringe,
ohnmächtig nach erlösung ringend,
durch dieses jammertal allein zu schreiten,
abwartend mich durch finsternis und einsamkeit bewegend;
drum richtet nicht, wenn ich nicht mehr vermag zu leben.

erlösung meine Seele findet,
im hellen licht der ewigkeit.
kein schmerz mehr meine seele bindet;
auf wiedersehn in neuer zeit.

© liz zimmermann